Aquamarin

«Aquamarin» – allwettertauglich

«Am besten hat’s der Herrgott im April: Er kann s’Wetter machen wie er will.» Soll er auch, denn das stört alle badefreudigen Churerinnen und Churer nicht im Geringsten. Sie werden im Warmwasser-Erlebnisbad «Aquamarin» der städtischen Sportanlagen Obere Au unter freiem Himmel den Aprillaunen nur ein müdes Lächeln abgewinnen.

Seit Anfang März ist es in Betrieb, das an das Hallenbad angebaute Warmwasser-Erlebnisbad «Aquamarin». Und bereits zeigt es sich, dass die Outdoor-Anlage zu einem Glanzlicht in Sachen Badeplausch geworden ist.

Von Kind und Kegel bis Nana und Neni lassen es sich – auch wenn das Klima noch längst keine freibadetauglichen Temperaturen erreicht hat – unter freiem Himmel im 35 Grad warmen Wasser wohl ergehen. Sie alle beweisen damit, dass das Bedürfnis nach warmem Wasser nicht nur auf die häusliche Badewanne beschränkt ist.

Das Warmwasserbad «Aquamarin» ist nicht nur zur Entspannung und zur Befriedigung des körperlichen Wärmebedarfs von Bedeutung, sondern dient auch der medizinischen Rehabilitation und zur Behandlung und Linderung der zunehmenden rheumatologischen Beschwerden.

Mit dem Hallenbad verbunden

Das Freiluft-Erlebnisbecken wurde im korrosionsfreien Werkstoff «Edelstahl V4A» erstellt. Diesem Werkstoff gehört im Bäderbau eindeutig die Zukunft. Im benachbarten Ausland (Deutschland/Österreich) ist dieser schon seit Jahrzehnten im Einsatz. Auch in der Schweiz gewinnt dieser Werkstoff aufgrund seiner unbestrittenen Vorteile in der Haltbarkeit und im Hygieneverhalten immer mehr an Bedeutung.

Das Erlebnisbecken ist auf eine Wassertemperatur von 33 (Sommer) resp. 35° (Winter) ausgelegt und terrassenartig im Aussenbereich südlich vor dem Hallenbadgebäude platziert. Das «Aquamarin» wird über einen Ausschwimmkanal direkt aus der Schwimmhalle erreicht. Dieses umfasst im Aussenbereich einen rechteckigen Schwimm- und Attraktionsbereich mit einer maximalen Wassertiefe von 1,35 m sowie im gedeckten Innenbereich nebst dem Eingangsbereich eine Sprudelbucht. Die Wasserfläche beträgt 180 m2 und bietet ca. 60 Personen gleichzeitig Platz.

Zur reichhaltigen Ausrüstung gehören 6 Massagedüsen, 2 Schwallduschen, 8 Massageliegen, Wasserfall, Sprudelbucht mit 6 Massageplätzen, Sprudelgrotte mit Aquarium sowie 7 Unterwasserscheinwerfer.

Der Eingangsbereich wurde mittels üppiger Tropenbepflanzung (Palmen, Schlinggewächsen und Orchideen) sehr attraktiv gestaltet. Der Einstieg ins Becken erfolgt wärme- und witterungsgeschützt durch einen Ausschwimmkanal. Zwecks Wärmerückhaltung in der Nacht hat das Becken eine vollautomatische Rollabdeckung erhalten. Rund um das Becken wurden sonnenorientierte Ruhezonen geschaffen. Direkt vom Beckenumgang kann die Sonnenterrasse südwestlich des Hallenbades erreicht werden. Die Abgrenzung zum bestehenden Fussweg (Tennisplatzweg) erfolgt durch eine Sichtbetonmauer mit vorgesetzter Hecke und aufgesetzter, beleuchteter Glaswand, die ihrerseits dem Wärme- und Lärmschutz dient.

Der Wasserspiegel des neuen Beckens liegt rund 2,5 m über dem Niveau der Busstation und ermöglicht eine sonnenorientierte Aussicht Richtung Süden zum Dreibündenstein und Aroser Weisshorn.

Im Innern des Hallenbades wurde das Planschbecken verlegt, um dem Eingangsbereich Platz zu machen. Das Planschbecken wurde neu zwischen Nichtschwimmerbecken und Bademeisterkabine verlegt und mit einem Wasserspiel und Lichteffekten versehen.

Neueste Technologie

Grosse Aufmerksamkeit wurde den wärmetechnischen Anforderungen, insbesondere den zu erwartenden Wärmeverlusten gewidmet und entsprechende Massnahmen wie Becken- und Leitungsisolationen, Wärmetauscher für den Frischwasserzusatz sowie eine Thermoroll-Beckenabdeckung für die Nacht getroffen. Zur Beckenheizung wird während den Wintermonaten die Abwärme der Kunsteisbahn genutzt, in den Sommermonaten dem Grundwasser Wärme entzogen. Zusätzlicher Wärmebedarf wird mittels vorhandenem Gaskessel gedeckt.

Im Untergeschoss befindet sich die gesamte Technik für das neue Bad. Zwei imposante und leistungsstarke Mehrschichtfilter, gepaart mit der

neuesten Technologie in der Badewasseraufbereitung sorgen auch in Spitzenzeiten für unbedenklichen Badegenuss. Eine neuartige Chlorgranulat-Dosieranlage ersetzt das bisherige Chlorgas und setzt auch hier neue, unbedenklichere Massstäbe. Modernste Elektronik sorgt für permanente Kontrolle der Wasserqualität und Steuerung der vielfältigen Attraktionen.

Günstiger Eintritt

Der Zutritt zum neuen Bad erfolgt durch ein Drehkreuz aus dem heutigen Hallenbadbereich. Einzelbesucher erreichen das Bad mittels Jetons, die zusätzlich zum Hallenbadeintritt erworben werden müssen. Bei den Fitness- und Saunabesuchern ist das neue Bad im Preis bereits eingeschlossen. Diese können das Bad mit dem Zugangsschlüssel betreten. Die Preise wurden bewusst günstig ausgelegt. So kostet ein Einzeleintritt ins neue Bad (Hallenbad und Warmwasser-Erlebnisbad)

Fr. 12.–, im Abo sogar nur Fr. 9.80. Kinder bezahlen Fr. 9.– resp. Fr. 7.40. An Werktagen bleibt das Bad vormittags bis 12.00 Uhr für Erwachsene reserviert. Ausnahmen sind Schulferien und Feiertage. Die empfohlene Aufenthaltsdauer im Bad beträgt 1 Stunde.

Es gehört zur Zielsetzung der Betriebsleitung, die Sport- und Freizeitanlage Obere Au den modernen Bedürfnissen an einen Badebetrieb anzupassen. Dabei stellen solche Erweiterungen wie das neue Bad nicht nur sinnvolle Möglichkeit zur Freizeitgestaltung dar, sondern sie erhöhen auch die Attraktivität der Stadt Chur. «Mit dem vorliegenden Bad konnten wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung realisieren», erklärt Betriebsleiter Heinz Leubler. «Da Schwimmen zudem für alle Altersschichten geeignet ist, erfüllen wir mit dem neuen Aquamarin die Anliegen breitester Bevölkerungskreise. Gleichzeitig werde auch der Innenbetrieb durch die erwähnten Umbauten erheblich aufgewertet. «Aufgrund unserer wirtschaftlichen Berechnungen können wir davon ausgehen, dass mit den zu erwartenden Einnahmen die Betriebsaufwendungen gedeckt werden können.»

Walter Schmid